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Der Umbau auf Zentralfeuerung

Vetterli M1881 Stutzer

 

Im Winter 2003 hatte ich einen Vetterli M1881 gekauft. Der Zustand der Waffe ist sehr gut. Die Brünierung ist in gutem bis sehr gutem Zustand. Der Lauf sieht wie neu aus, nachdem ich ihn mit geeignetem Putzmethode durchgewischt hatte.

Der Vetterli Stutzer M1881 ist als Randfeuerungs-Waffe konzipiert und gebaut worden. Munition gibt es nicht mehr zu kaufen. So bleib nichts anderes übrig, diese Waffe auf Zentralfeuerung umzubauen. Wer handwerklich ein bisschen Geschickt ist, eine Werkstatt besitzt, Werkzeuge und Maschinen hat, ist fähig, den Umbau selber durchzuführen. Es braucht ca. 3-4 Stunden Arbeit, die einem aber grosse Freude bereiten. Genaues und gewissenhaftes Arbeiten setzte ich jedoch voraus.

Folgende Werkzeuge werden benötigt:

- Bohrmaschine mit Bohrer 2mm.

- Dremel-Tool mit verschiedensten Schleifsteine.

- Eisen-Stück in den Abmessungen 30mm Länge, 20mm Breite und 4,5mm Dicke.

- Stahl-Nägel 30mm Länge und 2mm Dicke.

- Eisen-Säge.

- Eisen-Feile.

- Leere Hülsen 10.4x38R.

Zuerst nimmt man die Waffe auseinander. Dabei schraubt man die seitliche Schraube am System raus, die den Patronenzubringer festhält und dann kann man den Zubringer raus nehmen. Als nächstes muss der gesamte Verschluss zum System raus genommen werden. Die Quer-Arretierung muss mittels Schraubenzieher von rechts nach links heraus gedrückt werden. Nur so lässt sich der Verschluss raus ziehen.

 Verschluss...

Danach wird die Nuss-Schraube des Verschlusses abgeschraubt und die einzelnen Teile auseinander genommen. Schlagbolzen, Feder, Verschluss-Hülse, Verschluss-Hebel, Verschluss und Zündgabel werden säuberlich zur Seite gelegt.

 Verschluss auseinander genommen...

Wie kann man nun den Umbau von Randfeuerung zu Zentralfeuerung durchführen, ohne die Original-Teile zu beschädigen? Ziel des Umbaues ist, den Original-Zustand jederzeit wieder herstellen zu können. Es geht relativ einfach:

Zuerst wird am Kopf des Verschlusses mittels 2mm Bohrer ein Loch gebohrt, und zwar genau in der Mitte. Danach entfernt man mögliche Grate mittels Dremel-Tool, indem man einen runden Schleifstein verwendet. Ganz vorsichtig wird dies gemacht, um keine Schäden oder Kratzer am Verschluss-Kopf zu verursachen.

Nun kommt der schwierigste Teil. Das Herstellen der neuen „Zünd-Gabel“, wobei das Wort Zünd-Gabel in unserem Fall nicht mehr stimmt. Dieses Teil aus Eisen (4,5mm Dicke) soll die gleiche Funktion wahrnehmen, wie die Original Zünd-Gabel. Dabei schneidet man die Form, wie das folgende Bild zeigt:

 Links die Original Gabel - rechts eine Kopie für die Zentral-Feuerung...

Auch dieses Teil wird mittels 2mm Bohrer am Kopf durchbohrt. Danach nimmt man einen Stahl-Nagel in der Stärke von 2mm und schiebt ihn in das Loch der neuen Zündgabel zusammen.

 ... inklusive Zünd-Stift aus Stahl...

Nun das Ganze wieder zusammenbauen und mittels leere Hülse testen, ob das Zündhütchen gezündet wird. Dabei kann es sein, dass man die Länge des Stahl-Nagels, der nun als Zünd-Stift wirkt, noch auf die genaue Länge bearbeitet werden muss. Wichtig ist auch, dass die Rundung des Zünd-Stiftes ordnungsgemäss ausgearbeitet wird. Es dürfen keine scharfen Ränder vorhanden sein.

Das Entscheidenste des Umbaues ist das Spiel des Ganzen (neue Zünd-Gabel, Zünd-Stift). Es muss genug Spiel haben (ca. 2.2mm). Das heisst, wenn der Verschluss geöffnet wird, eine neue Patrone zugeführt worden ist und dann der Verschluss wieder geschlossen wird, so DARF DER SCHUSS NICHT ausgelöst werden. Dieses Spiel muss gewährleistet sein. Bitte dieses Spiel auch mit der Original Zünd-Gabel überprüfen und vergleichen!

(Für Sach- bzw. Personenschäden wird nicht gehaftet. Jede Haftung wird abgelehnt. Umbau-Beschreibung ohne Gewähr . Der Umbau auf eigene Gefahr durchführen).

 

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