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Die Jagd in Afrika

Ein Silbermedaillen-Oryx, erlegt in Afrika

Oryx (ca. 280 kg)


Der Oryx (oryx gazella) gilt als eines der schusshärtesten Wildarten der Welt. Da wurden schon Geschichten geschrieben, dass mir nur das Grauen kam. Frank erzählte an einen Abend von einer Nachsuche, die mehr als 14 km weiten Strecke dauerte und doch noch gefunden wurde. Aber ich war überzeugt, dass meine wiedergeladene Munition sicherlich ausreichend sein würde. Am 7. Juli 2002 war die Jagd auf diese Wildart angesagt. So fuhren wir mit unserem Wagen zu der Wasserstelle, die Buxtehude genannt wurde. Frank kontrollierte noch schnell die Wasserzufuhr, denn dieses kostbare Nass ist lebenswichtig. Danach begann unsere Pirsch. Mein Jagdführer nahm das Zweibein-Stativ vom Wagen. Daraufhin pirsche er voraus und ich in meiner vollen Grösse folgte ihn. Plötzlich konnten wir drei Tiere auf einer Distanz von mehr als dreihundert Metern ausmachen. Sie zogen in unsere Richtung. Der Wind kam von Südwesten. Also machte sich Frank daran, die nächste Deckung in Form eines Busches anzupeilen. Mein Bergschuh, Modell Meindl tat seit je her die besten Dienste. Aber in Folge der sehr staubigen und trockenen Gegend quietschte der rechte Schuh dermassen, dass ich alsdann als "Collani, der Quietschfuss" genannt werden sollte.

Die drei Bullen kamen geradewegs in unsere Richtung. Wir hatten uns nieder getan und hatten uns hinter einen grösseren Baum in Deckung gesetzt. "Schaue Dir mal den ersten Bullen von links - der ist alt und sehr stark, die anderen zwei sind eher jugendliche Bullen" sagte mir Frank. Auch ich konnte dies anhand seinen Erklärungen erkennen. Das "Stoney-Point" Stativ hatte Frank bereits positioniert. Ich legte meine Waffe rein, backte fest an und fuhr mit dem Fadenkreuz ins Blatt des noch auf uns zuziehenden Oryx. Die Distanz, die ich schätzte war ca. 80 Meter. Und bevor Frank seinen üblichen Laut zwecks Wild-Verhoffen aussprechen konnte, liess ich fliegen. Ich konnte die Kugel von vorne links antragen. Der Oryx zeichnete mit krummen Rücken, obwohl ich sehr gut abgekommen war. Das Tier stürmte nach links weg. "Das Tier hat gezeichnet" sagte Frank und zündete sich danach seine Zigarette an. "Ja - ich bin gut abgekommen, das Blatt habe ich erwischt..." antwortete ich. "Jetzt warten wir mal ein Moment - und übrigens, die zwei jungen Bullen hätten uns diese Jagd total vergrämen können, denn diese wurden vom alten regelrecht vorausgeschickt". Nach zehn Minuten packen wir unsere Sachen und machten uns auf die Anschuss-Stelle. Da war kein Schweiss zu sehen. Frank war aber erfahren genug um zu wissen, dass dieses Tier sehr krank sein musste. Die Fährte zeigte dies ganz deutlich. Ich konnte dies nicht erkennen. Er ging voraus und untersuchte jedes Zeichen im Sand. Ich derweil folgte ihm mit gewissem Abstand. Dabei achtete ich, dass ich keine Trittsiegel oder dergleichen verwischte. "Da vorne - etwa 50 Meter unter diesem Busch, da hat sich der Oryx nieder getan" sagte ich ganz leise zu Frank. Ich nahm mein Leica-Glas und beobachtete das Tier. Es atmetet noch. "Sofort runter..." sagte Frank leise, aber bestimmt. Wir schlichen uns an den Oryx bis auf einer Distanz von 30 Metern ran. "Mache Dich bereit für den Fangschuss..." sagte Frank. Dabei bereitete er das Zweibein-Stativ wieder vor, während ich mich für eine gute Schuss-Position bereitmachte. Danach trug ich den Trägerschuss an und der Oryx bewegte sich nicht mehr. Nach den obligatorischen Fotos wurde der Oryx-Bulle auf dem Jeep
geladen. Da war es uns schon bewusst, wie schwer dieses Tier sein sollte... Uns gelang es das Tier nur, mittels Seilwinde in den Wagen zu bekommen.

Beim Zerwirken und Zerlegen des Oryx wurde nur das
Geschoss des Fangschusses gefunden. Das andere Geschoss war im Pansen und konnte nicht gerettet werden. Der erste Treffer war ein guter Blatt-Schuss. Das Tier stand im Winkel von 45 Grad links vor mir. Die Kugel durchschlug das Blatt, der eine Lungenflügel und die Niere und die Milz wurden zerstört, und blieb im Pansen stecken. Dieses Geschoß konnte ich nicht mehr finden. Das Tier flüchtete noch ca. 80 Schritt, ehe es sich im Wundbett nieder tat. Danach konnte ich den Fangschuß (Trägerschuß) aus ca. 30 Metern Entfernung antragen. Auch hier gab es keinen Ausschuss! Das Geschoß des Fangschusses konnte ich retten. Die Teile, die ich gefunden hatte, hatten ein Restgewicht von ca. 65%. Ebenfalls hier war die Deformation unüblich. Die Aufpilzung hat stattgefunden, aber der Kupfermantel hatte sich vom Bleikern völlig gelöst. Das Problem, kein Ausschuss zu haben, hat mich dazu bewogen, eine neue Geschoss-Konstruktion zu entwickeln. Hier habe ich die Spezifikationen zum Jagd-Gechoss Gian-Marchet®. Mit diesem Geschoss ist es möglich, auf Nordamerikanisches und Afrikanisches Wild zu waidwerken.

Dieser Oryx wurde mit einer Silber-Medaille bewertet. Der Umfang an der linken Horn-Basis beträgt 21 cm und die Länge beträgt 80 cm. Der Umfang an der rechten Horn-Basis beträgt ebenfalls 21 cm. Auch hier beträgt die Länge gute 80 cm. Daraus ergeben sich total 202 Punkte. Das Gewicht dieses alten, im dritten Viertel des Lebens stehenden Bullen war mit 280 kg überdurchschnittlich schwer. Frank bestätigte, dass es selten vorkommt, dass Oryx-Bullen solche Gewichte erreichen.

Oryx-Bulle in der Silber-Medaillen-Klasse 

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