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Die Jagd in Afrika

Ein Kudu, erlegt in Afrika

Kudu (ca. 350 kg)


Das schlechte Ohmen war mit der Erlegung des Steinböckchens gebrochen. Mit frischem Elan und Tatendrang ging es frühmorgens zum letzten Mal los nach selbstverständlich sprichwörtlich Prinzen Frühstück bei Gudrun. Der Jeep holperte über die staubige, trockene Schotterpiste. Riesige savannenartige Wiesen breiteten sich vor uns aus. Oryx-Herden links und rechts, so weit das Auge reichte. Wie bereits einmal geschrieben, Anblick hatten wir jeden Tag. Es vergingen nie mehr als zehn Minuten ohne ein Wildtier zu Gesicht zu bekommen. Heute fahren wir auf die Wolfs-Höhlen sagte Frank. Er zündete sich seine obligatorische Frühstücks-Zigarette an. Frank könnte ja sogar bei einer schlechten Marlboro-Werbung mitmachen der Safari-Hut, der Safari-Schal, die ganze Erscheinung war täuschend echt... dachte ich mir. Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir an die Wolfs-Höhlen an. Wir stiegen vom Wagen und erklommen eine grössere Felsformation. Von da aus hatten wir Einblick in den dichten Busch bis weit über fünfhundert Meter Distanz. Martin, unser Fährtenleser, glaste die südwestliche Seite ab, Frank und ich glasten die nordwestliche und nördliche Seite ab. Oryx und Kudu-Kühe waren schnell ausgemacht. Da plötzlich erfasste Frank einen Kudu-Bullen. Da vorne in dieser Lichtung links von dem markanten Baum steht er... sagte er leise. Mona und ich folgten seinen Ausführungen. Da stand er ein guter Bulle. Er äste friedlich und ungestört. Die Distanz war sicher mehr als einen halben Kilometer. Martin und Frank sprachen einen Moment kurz ab. Danach war die Entscheidung gefallen. Wir wollen diesen Bullen anpirschen... sagte Frank. Mona und Martin blieben bei den Wolfs-Höhlen, während wir beide uns in Richtung Kudu pirschten. Mein Jagdführer kannte dieses Gebiet wie seine Westen-Tasche. Das Jagdgebiet ist fast halb so gross wie der Kanton Zug. Die Fläche beträgt mehr als 88 Quadrat-Kilometer und ist von einer Schönheit, die ich selten zuvor gesehen hatte. Ich habe schon vieles von dieser Welt gesehen (Europa,
Nord-Amerika, Alaska, Kanada, Australien, Nepal, Indien usw.) aber Hegers Farm war ein Juwel, ein Paradies. Bleibe immer dicht hinter mir... unterbrach Frank meine Gedanken, während ich vorsichtig und leise einen Fuss vor dem anderen setzte. Wir müssen aufpassen da vorne sind zwei Oryxe, die können uns noch das Ganze verpfuschen... fuhr er leise fort. Ich hatte meine Waffe von der Schulter genommen. Wir kamen relativ gut vorwärts. An einem Absatz angekommen, hatte mir Frank ein Zeichen gegeben, noch langsamer zu pirschen. Ich wagte kaum zu atmen. Der Puls war vor Aufregung und Jagdfieber merklich angestiegen. Mein Jagdführer hatte das Zweibein-Stativ bereits ausgeklappt. Ich hatte dann die Waffe wie üblich in das Stativ reingelegt. Vom Kudu sah ich nur das rechte Blatt. Wie gross der Bulle war, wusste und sah ich nicht. Nach Veränderung der Position nach links fand das Zeiss-Fadenkreuz das Blatt wieder. Und bevor Frank das letzte S des Wortes Schiess... gesagt hatte, hatte ich schon fliegen gelassen. In der Vergrösserung des Zeiss hatte ich das Zeichnen des Bullen gesehen. Er machte die von meinem Vater genannten berühmten Denise Bielmann-Pirouette... nach links weg. Danach sah ich den Kudu nicht mehr! Die Distanz war weniger als fünfzig Meter. Eine richtige Kunst, diesen Kudu-Bullen so nah ranzupirschen, ohne dass er von den zwei anderen Oryx Bullen alarmiert worden wurde. Ich war richtig stolz. Die leere Hülse hatte ich schnellstens in die Jacken-Tasche versorgt. Eine neue Patrone musste ich nicht mehr nachladen. Der Kudu lag acht Schritt von der Anschuss-Stelle entfernt und war sofort verendet. Ein perfekter Schuss. Das Geschoss durchschlug das Gelenk, durchschlug die gegenüberliegende Rippe, blieb aber unter der Haut stecken.

Diese Trophäe war eine der interessantesten meines noch jungen Jägerlebens. Die Masse des linken Gehörns waren 115.4 cm Länge und 26.8 cm Basis-Umfang. Die rechte Seite mass 113.6 cm Länge und 26.8 cm Basis-Umfang. Die somit ermittelten Punkte ergaben 282.6 Punkte und verpasste die Bronze-Medaille um weniger als 10 Punkte. Dieser Bulle war ebenfalls im dritten Viertel des Lebenskreises. Das Gewicht betrug ca. 350 kg.

Nachdem ich das Geschoß (oder was noch übrig blieb) retten konnte, stellte ich fest, daß der Kupfermantel sich vom Bleikern gelöst hatte. Alle Teile, die ich finden konnte, hatten ein Restgewicht von 70%. Die Deformation war unüblich von der Pilz-Idealform.
 Das Problem, kein Ausschuss zu haben, hat mich dazu bewogen, eine neue Geschoss-Konstruktion zu entwickeln. Hier habe ich die Spezifikationen zum Jagd-Gechoss Gian-Marchet®.  Mit diesem Geschoss ist es möglich, auf Nordamerikanisches und Afrikanisches Wild zu waidwerken.

Kudu-Bulle 

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