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Die
Jagd in Afrika
Ein uralter,
abgekämpfter Impala
Impala (ca.
65 kg)
Am letzten Jagdtag (14. Juli 2002, just am französischen Nationalfeiertag)
fuhren wir, nicht allzu früh, los. Peter sagte immer, dass die Jagd um
06:30 Uhr anfangen muss, damit der Tag auch sicher erfolgreich werden kann.
Ich aber sage immer, wenn Göttin Diana es hold mit uns meint, dann wird
das Tier auch erst um die Mittagszeit erscheinen. Also fuhren wir so um
8:30 Uhr los. William beherrsche den Wagen sehr gut. Über Stock und Stein
ging die Fahrt. "Wenn es möglich ist, dann würde ich entweder ein
Impala oder ein Warzenschwein erlegen" sagte ich, während der Wagen
über den künstlich angelegten Damm fuhr. Peter, unser Jagdführer,
nickte. Ich sah ihm an, dass er so seine Gedanken machte. Dies störte mich
nicht sonderlich, denn der Kunde ist normalerweise auch König. Wir hatten
sehr viel Anblick. Blessböcke, Springböcke, kapitale Wasserböcke, sogar
die seltene Roan-Antilope hatten wir gesehen. Wir waren schon mehr als zwei
Stunden unterwegs, als plötzlich der Wagen abrupt stoppte. "Die
Knarre - schnell, komm runter..." sagte Peter leise, aber bestimmt.
Ich löste den Riemen der Wagenhalterung und nahm meine geliebte dicke
Berta. Ein riesiger Warzenkeiler hatte William im Busch gesichtet. Wir
machten uns daran, diesen anzupirschen. Die Pirsch ging im Spurt durch den
Busch. Peter und William voraus, und ich mit ca. zehn Metern Rückstand
hinterher. Dabei kam ich ausser Puste! Wir befanden uns hier auf einer Höhe
von 1650 Meter über Meer. Das Zweibeinstativ stand bereits da, als ich bei
William ankam. Ausser Atem legte ich die Waffe darauf. Der Keiler war auf
einer Entfernung von 60 Meter zwischen den Büschen. Mein Puls raste, ich
konnte die Waffe nicht gut genug ins Ziel bringen. Ein dicker Ast
behinderte mir die Sicht. Die ganze Situation war mir einfach viel zu
hastig und zu schnell. Ausserdem hasse ich das Schiessen durch die Büsche
wie die Pest. Ich hatte nicht fliegen lassen! Andere Jäger hätten
geschossen, aber ich nicht. Die ganze Situation passte mir einfach nicht.
Die Enttäuschung von Peter war sehr gross. William jedoch verstand meine
Erklärungen, die ich während der Rückkehr zum Wagen abgab. Er hatte den
gleichen Blickwinkel, deshalb verstand er mich. William und Peter verständigten
sich auf Afrikaans. Ich konnte kein Wort verstehen, aber Mona hatte fast
alles verstanden. Dabei ging es um meine nicht genutzte Chance. Der Fährtenleser
hatte aber vollstes Verständnis mit meiner Entscheidung. Es wäre ein zu
riskanter Schuss gewesen. Die Wahrscheinlichkeit, das Tier nur
anzuschweissen, wäre zu hundert Prozent gewährleistet gewesen! Wortlos
fuhren wir weiter. Nach einer weiteren halben Stunde hielt William den
Wagen wieder an. Im dichtesten Busch erkannte er zwei Impala-Böcke. Sofort
stiegen wir vom Wagen. Peter und William gingen voraus und ich pirschte
hinterher. Ganz langsam und leise pirschten wir diese beiden Böcke an. Es
schien, dass Peter diese zwei Kerle kannte. Endlich konnte ich sie
ansprechen. Der eine hatte eine sehr schöne Trophäe, der andere schien
die eine Seite abgekämpft zu haben. "Nimm Dir den alten Bock - der
vorne steht..." sagte Peter leise zu mir. Ich veränderte unterdessen
die Position des Zweibein-Statives, um eine bessere Schuss-Position zu
erreichen. William stand rechts von mir und beobachtete das Tier und mich
genauestens. "Der alte Bock steht vor dem jungen..." flüsterte
ich ganz leise, "...die Position ist sehr gut - ich habe ihn im
Visier, sobald der Junge wegzieht, lasse ich fliegen..." fuhr ich
fort. Der junge Bock zog nach rechts weg, der alte stand rechts breit. Im nächsten
Augenblick sagte William sehr laut "Now..." Der alte Bock äugte
uns an. Als ich aber fliegen liess, tat er eine kleine Wendung, so dass ich
ein bisschen hinten abgekommen war. Die Distanz betrug nicht mehr als 50
Meter. Der Bock wendete, gezeichnet, blitzartig nach links weg. Nach dem
Schuss machte ich Zeichen nach hinten, damit Mona auch genau weiss, was
soeben abgelaufen war. William pirschte voraus. Ich hatte die Waffe
geleert und gesichert. Ein kleiner Schweisstropfen auf den Boden hatte
William bereits gefunden. "You hit it in the back..." fuhr er
fort. Ich nickte, da ich genau wusste, wo ich abgekommen war. Peter folgte
die Spur des jungen Bockes. Dieser zog nach dem Schuss nach rechts weg.
Derweilen folgte William die Spur des alten Bockes. Ich folgte instinktiv
die Richtung des Fährtenlesers. Das Vertrauen in Peters Jagdführung war
ein weiteres Mal gesunken. Nach einer viertel Stunde fand William den Bock.
Er ging noch genau 20 Schritt. Ich hatte in hinten rechts getroffen, so wie
William anhand des Schweisstropfens gesagt hatte. Das Geschoss zerstörte
Herz und Lunge, ehe es vorne links in der vorderen Rippe steckenblieb. Auch
hier kein Ausschuss! Was für eine Trophäe! Was für ein schönes Tier.
Ich war im Moment sprachlos. Danach kam bei mir ein ungeheuerlich starkes
Schütteln. Es war so heftig, wie ich es schon lange nicht hatte. Die Waffe
hatte ich vorsorglich geleert, gesichert und gleich weggestellt. Die Form
der Hörner war sagenumwogen. In der Zwischenzeit war auch Mona zu uns
gekommen. Sie nahm mich in den Arm und sagte "Schatz - ich bin stolz
auf Dich...".
Das Problem, kein Ausschuss
zu haben, hat mich dazu bewogen, eine neue Geschoss-Konstruktion zu
entwickeln. Hier habe ich die
Spezifikationen
zum Jagd-Gechoss Gian-Marchet®.
Mit diesem Geschoss ist es möglich, auf Nordamerikanisches und
Afrikanisches Wild zu waidwerken.
Ich hatte schon Bilder von diesem Tier gesehen, aber in Natura sah das viel
schöner aus. William gratulierte mir. Peter war dann auch schon anwesend.
"Waidmannsheil Collani, und möge Dir die Jagd weiterhin so viel
Freude bereiten, wie bis anhin" sagte er rührend. "Waidmannsdank
Peter..." erwiderte ich und übernahm den Bruch und steckte ihn an
meinem Hut. Mona und William diskutierten eine Weile miteinander. Dabei
erzählte William, wie er die ganze Situation erlebt hatte. Auch hatte er
noch nie jemanden gesehen, der nach dem Schuss so stark schüttelte. Die
Jagdgäste, die er führte, hatten meisten Probleme mit der Schuss-Abgabe.
Die meisten Jagdgäste haben Jagdfieber und vertun sich beim Schiessen. Der
letzte Jagdgast hatte vier Male die Gelegenheit, diesen Bock zu erlegen.
Alle vier Male hatte er gefehlt.
Der
Impala-Bock war ein Methusalem. Peter meinte, dass es bereits einen
Hegeabschuss war. Die Hörner waren stark abgenutzt, die linke Stange ja
sogar abgebrochen. Die Länge der linken Stange betrug 40.8 cm und der
Basis-Umfang betrug sehr gute 21 cm. Die rechte Hornstange betrug 45.9 cm
und der Basis-Umfang betrug ebenfalls sehr gute 21 cm. Für die
Bronze-Medaille fehlten jedoch wenige Punkte. Dieser Bock stand bereits im
vierten Viertel des Lebens-Kreises. Peter meinte, dass dieser Bock fünf
Minuten vor Zwölf Uhr im Leben stand. Das Gewicht betrug ca. 65 kg.
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