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Ein
Reh-Bock ganz besonderer Art
Ein
Reh-Bock ganz besonderer Art
6er Reh-Bock
Am 15. September um 15:00 Uhr stieg ich wie üblich auf meinen Ansitz hoch.
Der Weg führte hinauf von 1'800 M.ü.M entlang eines Wanderweges hoch bis
auf 2'100 M.ü.M.
Nach einem Aufstieg von eineinhalb Stunden kam ich an meinem Posten an. Die
dreihundert Höhenmeter wären eigentlich schneller zu bewältigen, aber
auf der Jagd hat man die Augen immer offen und überall. So blieb ich bis
so gegen 19:00 Uhr. Immer wieder zogen Nebelschwaden hoch und verdeckten
mir die Sicht. Da sich mein Ansitz am Rande des Waldes befindet, wo im
Winter die Lavinen hinunter donnern, habe ich Einsicht bis gegenüber der
anderen Waldgrenze - so um die 60m. Tal abwärts habe ich bis auf 200m
Einsicht in die Legföhren. Und schliesslich nach oben habe ich freie Sicht
bis mehr als 400m.
Nun, die Nebelschwaden und der aufkommende Wind und Nieselregen zwangen
mich, zur Rückkehr ins Tal. Alle Sachen gepackt, Büchse links geschultert
und abwärts ging es. Mein Vater hatte mal gesagt: "Es kann mal sein,
dass Du auf'm Rückweg mit einem Bock nach Hause kommst". So pirschte ich
ganz vorsichtig den Wanderweg wieder hinunter. Nach einer knappen Stunde
Pirsch legte ich eine Pause ein. Der Rucksack hat immer ein Grundgewicht,
sodass ich mich auf einem Stein neben einer starken Tanne nieder tat. Die
Büchse selbstverständlich auf den Oberschenkeln liegen, nahm ich das Glas
und guckte die Gegend ab. Plötzlich hörte ich ein Knacksen - gegenüber
auf ca. 70m. Und schon kam eine Reh-Geiss hochflüchtig auf mich zu. Sie konnte
von mir keinen Wind bekommen, da der Wind mir direkt ins Gesicht peitschte.
Auf 40m Distanz flüchtete sie an mir vorbei. "Puahhh - jetzt bereit
sein. Man weiss ja nie, ob nicht noch der Bock kommt". Nicht zu Ende
gedacht, da kam der Bock auch schon. Dieser stand aber einen Moment lang
breit. Ich konnte mit dem Glas erkennen, dass er hoch genug ist (mindestens
16cm, wenn es ein 6er Bock ist). "Der passt..." Büchse hoch und
sitzend frei gezielt. Aber was war das? Das Glas war wegen der Kälte und
wegen meiner Körpertemperatur angelaufen. "Himmel nochmal...",
dachte ich, dabei putzte ich die Linse des ZF's mit dem Fleese-Handschuh.
Danach Büchse nochmals langsam hoch. Der Bock hatte mich bemerkt, aber
wegen meiner guten Jagdbekleidung konnte er mich nicht richtig ausmachen.
Er stand immer noch breit. Ich drückte sitzend frei ab. Der Schuss sass
ein bisschen zu weit hinten (Waidwund). Der Bock zeichnete heftig und
sprang ab.
Nach dem Schuss hatte ich meine Stelle verbrochen. Danach hatte ich einen
kräftigen Schluck Schwarztee genommen. Die Hände zitterten, sodass ich
die Hälfte des Tees ausgeschüttet hatte. Fünf Minuten später ging ich
zum Anschuss. Ich fand Schweiss am Anschuss, doch der Bock ging noch soweit, dass ich ihn nicht am gleichen Abend finden konnte. So beschloss ich eine Nachsuche, die am darauffolgendem Morgen durchgeführt wurde. Die
Nacht wurde sehr kalt...
Am nächsten Morgen konnte ich das Ehepaar begrüssen, dass die Nachsuche
durchführen würde. Hoch motiviert
erklärte ich das Geschehene, die Anschuss-Stelle, der Treffersitz und noch
vieles mehr. Und so stiegen wir anschliessend wieder hoch in Richtung meines Ansitzes.
Aber diesmal war es ja nicht so weit, denn die Stelle war gleich
oberhalb des kleinen Weilers. An der verbrochenen Stelle angekommen, wurde
der Hund sogleich geschnallt. "Du bist ein bisschen zu weit hinten
gekommen..." erklärte der Hundeführer anhand des gefundenen
Schweisses. Der Hund fand sofort die Schweiss-Spur und die Nachsuche dauerte 10 Minuten und 80m von der Anschuss-Stelle lag der Bock. Höchstwahrscheinlich hätte ich ihn bei Tageslicht auch gefunden. Schweiss war genügend vorhanden. Kein Wildbret-Verlust.
Sagenhafte Wirkung des Gian-Marchet® Geschosses!
Das Gewicht des Bockes sauber aufgebrochen betrug 16.5 kg. Ein braver, 4 jähriger 6er Bock mit knuffligen Rosenstöcken und grauer Maske!
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