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Die Jagd in Afrika

Vorbereitung

Die schönste Zeit für mich ist eigentlich die Vorbereitungszeit. Dabei kann man sich in die Sache hineinsteigern. Zur Vorbereitung gehört sicherlich auch die richtige Wahl der Ausrüstung und der Kleidung. Mit meinen fünfzehn Jahren Jagderfahrungen in den Schweizer Alpen sollte es möglich sein, körperlich fit genug zu sein. Ausland-Erfahrung habe ich lediglich einmal gesammelt. Damals war ich in Ost-Polen nahe der Grenze zu Weißrussland. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte. Als Gebirgsjäger erlebt man einiges. Der große Unterschied ist sicherlich die Rauheit des afrikanischen Landes. Hohe Temperaturen, viel Staub und unwegsames Gelände sind die Probleme, die man in Afrika hat. Hinzu kommt noch die Schusshärte der Wildtiere. Dies ist dadurch zurückzuführen, weil das Wild eher weniger Wasser zur Verfügung hat. Alle professionellen Jagdführer empfehlen ein Waffen-Mindestkaliber von 30-06. Viele professional Hunters sehen das Kaliber .375 Holland & Holland Magnum am liebsten.

Mein bevorzugtes Kaliber ist immer noch unsere alte Patrone 10.3x60R. Damit jage ich vom Reh, Gams über Hirsch bis zum Steinbock. Die Jagdsituation im Kanton Graubünden schreibt vor, dass das Jagdrecht für die Hochwildjagd zwingend ein Mindestkaliber (Bohrungsdurchmesser) von 10.2 mm besitzt. Dominiert wird die Jagdszene aufgrund dieser Vorgabe von der Randpatrone 10.3x60R. Die 10.3x60R ist nichts anderes als die schweizerische Version der alten britischen Patrone .450/400 BPE 2 3/8“, die um das Jahr 1880 entstand und kurz vor der Jahrhundertwende auf rauchschwache Nitropulver umgestellt wurde. Die international längst in Vergessenheit geratene .450/400 2 3/8“ NE lebt in Graubünden als 10.3x60R weiter und wird mit hochwildtauglichen Laborierungen verwendet. Bei Geschossgewichten von 16.4 g erreicht die 10.3x60R V° Werte von etwa 685 m/s, was eine E° von 3846 Joule ergibt. Versorgt werden die Benutzer der 10.3x60R durch Komponenten bzw. Patronen aus schweizerischer und deutscher Produktion.

Da ich Wiederlader mit Passion bin, stricke ich natürlich meine Ladungen selber. Die Geschosse, die ich verwende, sind die Blaser Teilmantel in der Gewichtsklasse von 16.5 Gramm mit einem Ballistischen Koeffizienten von 0.280. Ich verwende die original Blaser Hülsen. Das Treibladungsmittel ist von Rottweil und hat die Nummer R903. Mit diesem Pulver habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Die Patrone wird mit dem Zündhütchen R5333 Magnum von RWS angezündet. Die Patronenlänge beträgt 77.5 mm. Die dabei gemessenen Mündungsgeschwindigkeiten betragen auf 3 Meter 735m/s. Das daraus resultierende Energiepotential ergeben 4458 Joules. Auf einer Entfernung von 100 Metern ist es immer noch 3331 Joules. Und für den selteneren Schuss auf 150 Metern sind noch genügend Reserven von 2856 Joules vorhanden. Die günstigste Einschieß-Entfernung (GEE) beträgt 150 Meter. Die Waffenstreuung pendelt sich so um die zwanzig Millimeter bei fünf Schuss auf einhundert Meter ein. Eine für dieses Kaliber hervorragende Streuung.

Die nächsten Schritte ist, genügend Patronen wiederzuladen. Ich achte dabei immer auf die gleiche Pulver-Lose, die gleichen Zündhütchen und die gleichen Geschoss-Lose. Genau einhundertzwanzig Patronen hatte ich erstellt. Alleine sechzig Stück hatte ich nach Namibia mitgenommen. Die anderen sechzig Stück verwende ich für Übungszwecke.

Ende April 2002 ist die definitiven Buchungsbestätigungen via Email eingetroffen. Unsere Reise wird vom 2. Juli 2002 bis und mit 11. Juli 2002 in Otjiruse stattfinden. Vom 11. Juli 2002 bis und mit 14. Juli 2002 werden wir dann in die Jagdfarm Otjiwa gebracht. Dort werden wir auf Impala und Warzenschwein Waidwerken. Am Morgen des 15. Juli werden wir einen Mietwagen fassen. Von Otjiwa aus werden wir nach Norden in Richtung Etosha Nationalpark fahren. Dabei wird unsere Namibia-Rundreise fünf Tage dauern. In dieser Zeit werden wir total auf uns alleine gestellt sein.

Die wunderschöne Mokuti-Lodge im Etosha Nationalpark

Mokuti-Lodge im Etosha Nationalpark

 

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