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Die Jagd in Afrika
Der erste JagdtagFreitag,
der 5. Juli 2002 um sieben Uhr morgens schepperte der Wecker. Mona und ich
wurden wach, und wir mussten wirklich feststellen, dass der afrikanische
Winter wirklich kalt sein kann, besonders die Nächte. Uns hatte man schon
gewarnt, aber ich dachte schon „...jaja – die Weicheier, die frieren
schneller als wir...“ Nach ein fantastisches Frühstück bei der
Familie ging es dann hinaus in die afrikanische Wildnis. Was für eine
fantastische Gegend! Die vielen Ana-Bäume im ausgetrocknetem Flussbett.
Die vielen verschiedenen Busch- und Dornen-Arten, die es hier gab. Ich habe
vorher noch nie so viele verschiedene Busch-Arten gesehen. Nun
ging es mit dem original Willy Jeep in Richtung Einschieß-Platz. Der Jagdführer
besteht immer auf die Einschießpflicht des Jagdgastes. So kann er ein
erstes Mal urteilen, ob der Jagdgast seine Waffe beherrsch oder nicht.
Martin, unser Fährtenleser, hatte eine Scheibe auf einhundert Meter
geklebt. Ich machte mich bereit, mehrere Kontrollschüsse mit meiner
geliebten Blaser R93 abzugeben. Der Gehörschutz ist bei mir immer Pflicht,
vor allem, wenn ich Löcher in Scheiben stanze. Frank, unser PH, maß die
Distanz mittels Laser-Entfernungsgerät Modell Bushnell Yardage
Pro600. Ich saß sehr gut und sehr bequem in meinem Sessel. Der erste Schuss ließ
ich fliegen. Die Scheibe zeigte ein Loch genau im Zentrum, etwa 4 cm
Hochschuss. „Ich habe in Europa die Waffe auf 150 Meter Fleck
eingeschossen“ entgegnete ich, nachdem Frank mich verdutzt angeschaut
hatte. „Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling“ antwortete er. „OK...“
dachte ich mir, und lud eine zweite Patrone im Kaliber 10.3x60R nach. Der
zweite Schuss krachte auch und beide Treffer waren 15 Millimeter weit
auseinander. „Es gibt Jagdgäste, die mehr als vierzig Schuss brauchen,
um die Waffe dorthin schießen zu lassen, wo man hinzielt“ sagte Frank
beiläufig.
Zwei Probeschüsse auf 100 Meter... Nachdem
ich die Waffe im Wagen wieder versorgt hatte, machte sich Frank daran, im
Sand des Flussbettes eine Zeichnung eines Wildkörpers zu skizzieren. Dabei
erklärte er mir, wohin ich zielen sollte. „Bleibe immer unterhalb der
Mittellinie des Wildkörpers“ sagte er mit bestimmtem Ton. Ich nickte,
denn auch ich hatte meine Hausaufgaben gemacht. Das Buch „The perfect
Shot“ von Robertson hatte ich schon länger zu Gemüte geführt. Danach
ging die Fahrt mit dem Willy Jeep los. Mona, Frank und ich saßen im Wagen.
Martin der Fährtenleser stand hinten auf das Trittbrettchen und klammerte
sich an ein eigens dafür festgebundenes Seil fest. Was für ein Anblick.
Wild, soviel das Auge reicht. Oryx-Herden, die eine Staubwolke
hinterlassen, sobald sie Wind von uns bekommen haben. Kudus, die sehr flink
im Busch abgehen. Instruktionen... Konzeption & Realisation: Collani Interactive |