|
|
Die Jagd in Afrika
Der Transfer zur Jagdfarm OtjiwaAm letzten Tag wurden wir von Gudrun nach Okahandja gebracht. Der Abschied fiel mir und vor allem Mona sehr schwer. Hatte sie doch eine neue Freundin ins Herz geschlossen. Wir
wurden in Okahandja von Jürgen erwartet. Er brachte uns sicher
nach Otjiwarongo, eine Stadt 75 km nördlich von Okahandja. Auf dieser Farm
hiess es die Jagd auf das Impala und vielleicht auch Warzenkeiler.
Jagdfarm Otjiwa Nachdem wir von Jürgen an der Jagdfarm gebracht wurden, hatte sich Peter Reinhardt als unser neuer professional Hunter vorgestellt. Ein strammer Mann mit blonden geraden Haaren, einen Schnauz im Stile der K & K-Monarchie und mit den klassischen Lederhosen. Peter brachte uns einen Tee. Während der Pause konnten wir verschiedene Fotos von erfolgreichen Jägern anschauen. Am spätem Nachmittag hiess es wiederum Aufbruch in die afrikanische Wildnis. Doch zuvor war noch das obligatorische Einschiessen der Waffe. Es könnte ja sein, dass während des Transportes sich etwas an der Waffe verändert haben könnte. Collani beim
Probeschuss... Bereits während der Fahrt machte Peter eine Bemerkung über die Blaser R93. „Aha – eine Blaser R93 – Ritsch Ratsch...“. Ich dachte mir meinen Teil, denn ich wusste, dass meine Waffe sehr präzise war. Vielleicht nicht ganz so robust wie einen Mauser 98, aber mit ein bisschen Pflege wird wohl auch dieses Gewehr die afrikanische Rauheit überleben. Ich machte mich sehr bequem auf diesem Holzbänkchen. Peter musterte derweil eine von mir geladene Patrone. Ich war überzeugt, dass er sich seinen Teil dachte... Also nahm ich die Scheibe ins Visier und liess einmal fliegen. „Die Waffe ist auf 150 Meter fleck eingeschossen, somit kann sie ca. vier Zentimeter Hochschuss haben...“ sagte ich. Der Fährtenleser William kam beeindruckt mit der Scheibe zurück. Nach dem Verstauen der Waffe auf dem Wagen fuhren wir los. Dieses Gebiet hat mehrere künstliche Wasserstellen, Dämme und Schlammgruben. Ideal für Warzenschweine. Die Gäste- und Jagdfarm Otjiwa ist weltbekannt für die grösste Nashorn-Population in Namibia. So war es auch, dass wir einen der kräftigsten Bullen sahen. Mona wurde vom Fährtenleser William in Busch genommen. Sie nahm die Foto-Ausrüstung mit. Ich sass in der Zwischenzeit auf dem Wagen und beobachtete die Umgebung. Der afrikanische Busch ist teilweise sehr dicht, so dass man nicht weit hineinsehen kann. Plötzlich kam Mona alleine zum Wagen zurück „Ich habe Angst...“ stammelte sie. William kam Minuten später ebenfalls zurück. Danach tauchte das Nashorn ca. 60 Meter von uns entfernt auf. Ich nahm den Fotoapparat und machte eine Serie Bilder dieses schönen Tieres.
Ein sehr grosser Nashorn-Bulle... An
diesem Abend hatten wir sonst nicht vieles gesehen. Giraffen kreuzten
unseren Heimweg. Nach fünf Uhr abends, wenn dann die Sonne unterging,
wurde es wirklich frisch. Sogar kalt. Und so schnell, wie es hell wird, so
schnell wird es in Afrika dunkel. Meine
Frau hatte
eine grosse Krise. Sie konnte sich nicht abfinden, wie Peter seine
Einstellung zur Jagd pflegte. Er erwähnte so was wie „verdammte Viecher...“
usw. Das schmerzte Mona sehr. Sogar ich hatte ein säuerliches Aufstossen,
als Peter die Leoparden und Geparden als Schädlinge in grösserem Ausmass
bezeichnete. So beschlossen wir, nach einem guten Glas Wein, dass wir den nächsten
Tag als Ruhetag machen wollten. Peter war sehr, sehr enttäuscht. Ich erklärte
ihm, dass wir seit mehr als vierzehn Tagen ununterbrochen auf die Jagd
waren. Da könne es schon mal den Jagdkoller geben. Ich erwähnte
ebenfalls, dass die Ethik bei uns in Graubünden sehr gross geschrieben
werde.
Konzeption & Realisation: Collani Interactive |